Corona

Die Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wirken sich auch stark auf das gemeinsame Musizieren in Chören und Bands aus. Wir möchten den musikalischen Gruppierungen eine Übersicht über die wichtigsten Informationsquellen an die Hand geben. 

Bitte beachten Sie, dass der Diözesan-Cäcilien-Verband keine Empfehlungen aussprechen kann, sondern sowohl auf die juristischen Bestimmungen als auch auf die Leitungsfunktion der jeweiligen Pfarrer bzw. Kirchenvorstände hinweist.

 

Links

Allgemeine Richtlinien und Informationen

Bistum Hildesheim

Allgemeine Übersichtsseite zur Corona-Krise

Bistum Hildesheim Corona

Zusammenfassung zum Thema Heizen in der Kirche (wichtig für Proben in der Kirche)

Informationen zum Heizen in der Kirche

 

 

 

Niedersächsische Landesregierung

Vorschriften der Niedersächsischen Landesregierung (ständige Aktualisierung)

Corona-Verordnung Niedersachsen

Hansestadt Bremen

Informationen der Hansestadt Bremen (ständige Aktualisierung)

Corona-Verordnung Bremen

Bundesregierung

Beschluss der Bundeskanzlerin und der Länder

Beschluss vom 28.10.2020

Allgemeiner Cäcilienverband für Deutschland

Hygienekonzept für kirchliche Proben

Hygienekonzept des ACV (Stand Oktober 2020)

Niedersächsischer Chorverband

CoViD-19-Blog

 

Tipps und Anregungen

Der Chorcast

Zwei Chorleiter sprechen über die deutsche Chorlandschaft und ihre aktuellen Probleme mit der SARS-CoV-2-Pandemie, die Kulturbranche im Allgemeinen und Perspektiven der Laienchorszene im Speziellen.

Der Chorcast (Youtube)

 

 

 

 

Umfrage zur Situation der musikalischen Gruppierungen in Zusammenhang mit Corona

Im November 2020 führte der Diözesan-Cäcilien-Verband unter seinen Mitgliedsensembles im Bistum Hildesheim eine Umfrage durch. Gegenstand dieser Umfrage war die Lage der musikalischen Gruppierungen unter den Belastungen der Corona-Pandemie. Nun liegt eine Auswertung der Ergebnisse vor, die Sie hier einsehen können. Diese Auswertung wird an die Bistumsleitung weitergegeben werden.

Wir danken für Ihre Teilnahme an dieser Umfrage.

Chöre vor dem Aus?

Angela Felbermair / Hans-Joachim Leciejewski

Zur Situation der Chöre, Bands und Ensembles im Bistum Hildesheim vom ersten Lockdown bis Oktober 2020

Seit Mitte März 2020 kann das Singen und Musizieren in unseren Gemeindehäusern und Kirchen nicht mehr oder nur unter erschwerten Bedingungen stattfinden.

Unter welchen Einschränkungen leidet der Proben- und Konzertbetrieb der Chöre und das gottes- dienstliche Singen und Musizieren seitdem?

Wie geht es den Chorsängerinnen und Chorsängern - Erwachsenen und Kindern -, den Bandmitgliedern und Chorleitungen damit?

Zeitgleich mit der Freischaltung seiner Homepage startete der DCV Hildesheim (DiözesanCäcilienVerband) im September eine Umfrage unter seinen Mitgliedern, an der 36 Gruppen teilnahmen.

1 Corona-RisikenundExistenzgefährdung

1.1 Erwachsenenchöre

25 Erwachsenenchöre mit insgesamt 748 Sänger*innen beteiligten sich über ihre Chorleiter*innen an der Umfrage,

3 Chöre mit bis zu 15 Sänger*innen, 15 Chöre mit 16-40 Sänger*innen und 5 Chöre mit 41-55 Sänger*innen.

Nur einer dieser Chöre hat keine Mitglieder, die zu einer der Corona-Risikogruppen gehören.

In knapp zwei Dritteln der Chöre (16) gehören 50% der Sänger*innen aufgrund ihres Alters oder einer Vorerkrankung zu einer der Risikogruppen, in 4 Chören sind es sogar 90 -100%.

Fast 45% der Chöre (11) sehen sich durch die Corona bedingten Einschränkungen in ihrer Existenz gefährdet.

1.2 Kinder- und Jugendchöre, Bands und sonstige Ensembles

Aus dem Bereich der Kinder- und Jugendchöre, Bands und sonstigen Ensembles beteiligten sich 11 Gruppen mit ca. 161 Mitgliedern an der Umfrage. Die einzelnen Gruppen bestehen aus 7 - 40 Mitgliedern.

Aufgrund der anderen Altersstruktur (deutlich jüngere Mitglieder) gehören wesentlich weniger Sänger*innen zu einer der Risikogruppen (0 – 20%). Ausnahme ist eine Schola, bei der 100% der

Mitglieder zu einer der Risikogruppen gehören (Altersstruktur).

Mehr als 50% dieser sehr unterschiedlichen Ensembles (6 von 11) fürchten um ihr Bestehen.

2 Abgesagte Auftritte ( Konzerte und Messen)

Von den verbleibenden 30 Chören wurden 170 Veranstaltungen abgesagt. Dazu waren mindestens 20.000 Besucher*innen erwartet worden, pro Auftritt zwischen 50 und 400.

14 Chöre wollen die ausgefallenen Veranstaltungen nachholen, 19 Chöre nicht, 3 sind sich noch unsicher.

Nur 6 Chöre mussten in dem entsprechenden Zeitraum keine Auftritte absagen.

3 Probenarbeit

3.1 Probenarbeit physisch

28 Chöre hatten nach den Sommerferien bereits wieder mit den Chorproben begonnen. Die Probenarbeit fand und findet zum Teil noch in Kirchen, großen Probenräumen, aber auch draußen (Outdoor) statt.

Alle Chorleiter*innen hatten sich ein Hygienekonzept überlegt, um die Proben verantwortlich und gemäß den Corona-Regeln durchführen zu können. Dazu gehört

  • bei Bedarf Aufteilung des Chores in kleinere Gruppen;
  • Verkürzung der Probendauer;
  • zwischenzeitliches Lüften des Raumes;
  • Maskenpflicht beim Betreten und Verlassen des Probenraumes sowie beim Bewegen im Raum;
  • Sitzen bzw. Stehen in großem Abstand;
  • Handdesinfektion und teilweise auch Desinfektion der Sitzplätze am Schluss der Probe;
  • Führen einer Anwesenheitsliste.

Die Mitglieder eines Chores treffen sich, singen aber nicht, sondern beschäftigen sich mit Theorie (Noten lesen, Intervalle erkennen, Rhythmik). Andere Chöre, die nicht proben, versuchen, den Kontakt untereinander zu halten.

Das Proben in relativ kleinen Gruppen bringt für viele Chöre das Problem mit sich, dass nicht mehr wie gewohnt 3- oder 4-stimmig gesungen werden kann. Die Chorleiter*innen greifen auf 1- bis 3- stimmige Literatur zurück, wiederholen Stücke aus dem Repertoire oder singen Kanons.

In Gruppen von 4-6 Sänger*innen werden auch wieder Gottesdienste gestaltet.

3.2 Probenarbeit digital

Zwei Chöre probten zum Zeitpunkt der Umfrage zusätzlich digital.

Für die Zukunft können sich 12 Chorleiter*innen ein Hybridmodell (digital und physisch) für die Proben vorstellen oder praktizieren dies schon.

20 Ensembles können sich zurzeit keine digitalen Proben vorstellen.

4 Wünsche an die Bistumsleitung und den DCV

Viele Chor- und Ensembleleiter*innen wünschen sich zeitnahe, aktuelle Handlungsempfehlungen bzgl. der Umsetzung der Corona-Regeln vor Ort und eine einheitliche Linie, die die Bistumsleitung mit den Ortsgeistlichen vereinbaren sollte. „...ist es nicht immer einfach zu verstehen, dass in manchen Kirchen kleine Gesangsgruppen singen dürfen und in anderen wiederum nicht.“

Die Chorleiter*innen wünschen sich Mut machende Unterstützung und Ideen bei ihrem Bemühen, Chöre am Leben zu erhalten.

An die Wünsche schließt sich dann Kritik an. Sehr viel früher als geschehen haben die Chorleiter*innen erwartet:

  • Dank für die bisherige Arbeit,
  • ermutigende Worte,
  • Anregungen und Unterstützung von der Bistumsleitung und/oder dem Fachbereich Liturgie, aber auch vom DCV.

„Was an kirchenmusikalischen Aktivitäten seit gut einem halben Jahr entstanden ist, beruht aus meiner Sicht auf der Initiative Einzelner, nicht der Hilfe durch die Leitungen.“

In diesen Zusammenhang gehören auch die Wünsche nach „Förderung des Bewusstseins der pastoralen Bedeutung der Chorarbeit im Klerus“, nämlich nicht als unbedeutende Ausschmückung der Gottesdienste, sondern als wichtige Form der Verkündigung. Nur so kann das pastorale Potential der Musik gewinnbringend genutzt werden.

Eine Chorleiterin hält die Gefahr durch das Coronavirus für nicht schwerwiegender als den „... psychische(n) Schaden durch nicht nachvollziehbare Restriktionen, Gottesdienstabsagen und Nicht- Singen-Können ...“. Eine andere Chorleiterin denkt, dass das gefahrlose Singen in geschlossenen Räumen erst nach der Pandemie wieder möglich sein wird.

Einige konkrete Wünsche der Chorleiter*innen sind:

  • Unterstützung bei der Durchführung von Hybridlösungen;
  • Angebot von großen (geheizten) Probenräumen für den Winter;
  • Online-Stimmbildungskurse;
  • Übungsdateien zum heimischen Einstudieren der eigenen Stimme (zu Weihnachten ein bistumsweites Angebot an ausgewählten Sätzen);
  • ein Verzeichnis leichter Chorliteratur;
  • CO2-Messgeräte, um in den Proben ein flexibleres Lüften zu ermöglichen.

5 Ausblick

Wir stehen im Herbst und vor dem Winter. Die Infektionszahlen steigen. Draußen und in vielen Kirchen kann nicht mehr geprobt werden, weil es einfach zu kalt wird.

Mit dem neuerlichen Aussetzen des Probenbetriebs fällt für viele Sänger*innen wieder ein wichtiger Bereich ihres sozialen Lebens weg. Wir gehen ja nicht nur wegen des Singens zur Chorprobe, sondern ganz wesentlich auch, weil wir nette Leute treffen, uns auf die Pausen- gespräche freuen, auf gemeinsames Feiern oder eine Chorreise. Chöre sind lebendige Zellen der Kirche.

Schon jetzt merken wir, um wie viel ärmer die Liturgie geworden ist. Da fehlt eine Dimension der Verkündigung, die auf die Dauer nicht durch kleine Scholen und solistische Beiträge zu ersetzen ist.

Wann wird (eingeschränkt) normaler Chorbetrieb wieder möglich sein, schon zu Ostern 2021 oder doch erst zu Weihnachten?

Stellen wir uns vor, es ist so weit:

Durch eine Impfung ist das Coronavirus beherrschbar und es kann wieder losgehen mit der Musik in unseren Kirchen, mit dem Singen in Gottesdiensten und Konzerten und natürlich mit dem Gemeindegesang! Aber nur die Hälfte der Chöre, Bands und Scholen hat die Pandemie überlebt. (s. Abschnitt 1) Und in diesen Ensembles sind auch nicht mehr alle Mitglieder am Start...

Nein, das wollen wir uns gar nicht vorstellen!

Anmerkungen

Zitate aus den Fragebögen sind in Anführungszeichen kursiv gekennzeichnet.

Wegen der leichteren Lesbarkeit ist im Text oft nur von Chören die Rede. Es sind aber immer alle musikalischen Ensembles gemeint.